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- Fürstlich Drehna - 05 (2021 05) SG #6201
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- Fürstlich Drehna - 14 (2021 05) SG #6182
- Fürstlich Drehna - 15 (2021 05) SG #6073
- Fürstlich Drehna - 16 (2021 05) SG #6016
- Fürstlich Drehna - 17 (2021 05) SG #5999
- Fürstlich Drehna - 18 (2021 05) SG #6007
- Fürstlich Drehna - 19 (2021 05) SG #6000
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- Fürstlich Drehna - 21 (2021 05) SG #6076
- Fürstlich Drehna - 22 (2021 05) SG #6009
- Fürstlich Drehna - 23 (2021 05) SG #6129
- Fürstlich Drehna - 24 (2021 05) SG #6119
- Fürstlich Drehna - 25 (2021 05) SG #6087
- Fürstlich Drehna - 26 (2021 05) SG #6136
- Fürstlich Drehna - 28 (2021 05) SG #6126
- Fürstlich Drehna - 28 (2021 05) SG #6013
- Fürstlich Drehna - 29 (2021 05) SG #6089
- Fürstlich Drehna - 30 (2021 05) SG #6141
An photographic series of 30 images.
Original photographs by the artist, without AI.
Print version: Lambda-exposed C-print on photographic paper, 60 × 40 cm.
Stefan Gärtner, Germany, 2021.
We humans shape our world – and nature as well – according to our economic needs. In the Lusatian Basin, a coal-mining region in eastern Germany, our treatment of the environment is evident on a monumental scale. For decades, mining here had a massive impact on the geological and hydrological structures.
The landscape around Schlabendorf, located just a few kilometers from my German homeland, was viewed primarily as a resource for rapid industrial progress. Forests were cut down, old watercourses were dammed or diverted, and entire villages were relocated in order to access the desired raw material beneath the ground. It was after active mining ceased in 1991 that a fundamental shift in thinking began, ushering in the extensive remediation and recultivation of the vast 58-square-kilometer landscape.
Cost of Coal
There were only a few decades during which brown coal was useful for building up society. As energy demand from businesses and households in the GDR rose rapidly, increased coal production was deemed absolutely essential. The Schlabendorf-Süd open-pit mine, which began operations in 1975, produced approximately 170 million tons of raw coal until its closure in 1991. This immense quantity was used almost exclusively to directly supply the neighboring large-scale power plants in Lübbenau and Vetschau– the fundamental basis for providing electricity to the energy-hungry national economy. Coal was a vital raw material, for which authorities were willing to clear nearly 3,300 hectares of land almost entirely.
Untamed Water
But the forces of nature cannot simply be shut down or halted by technical intervention. In order to extract the deep-seated coal in open-pit mining, the groundwater level had to be lowered drastically and over a wide area. However, with the end of mining and the pumping operations, the water level rose again, inevitably following the principles of hydrodynamics. Water veins penetrated the loosely deposited soil masses of the internal spoil piles. In the process, the physical laws of soil mechanics interacted with the “Seeser Sande”– a sediment highly prone to liquefaction– typical of the Schlabendorf area. The combination of the loose fill and hydrostatic pressure led to soil liquefaction and severe settlements. The water-saturated spoil suddenly lost its stability and collapsed, resulting in heavy water outflows and the formation of dangerous swirling holes. The mining company was forced to develop entirely new stabilization methods, as even deep-reaching standard technological procedures for mine rehabilitation– such as vibro-compaction– reached their absolute limits in this highly dynamic situation.
What teaches us the water’s nature?
The extensive landslides, which ultimately led to the suspension of restoration work and the large-scale closure of the area, read today like a fable about the relationship between humans and nature. When deep incursions are made into established ecosystems to generate short-term wealth, a gap is created that cannot be closed through calculation and technology alone. Not even in the midst of a highly developed country like Germany. The failed attempt to restore a new balance to the former natural landscape raises many questions. Can we humans truly understand how the interplay of the forces of nature works– an interplay between earth, water, and weather that has evolved over countless millennia? Can nature, completely reshaped by humans and machines, ever be restored?
Perhaps the real lesson to be learned from this destroyed landscape lies not in the question of how to repair it, but in the realization that nature ultimately always returns to its own, unstoppable laws– and that it is up to us humans to choose how we approach this cycle.
Die Schlabendorfer Felder: Eine Region zwischen Aufbruch und Einbruch
Fotoserie mit 30 Bildern.
Originalfotografien des Autors, ohne KI.
Druckversion: Lambda-exposed C-print on photographic paper, 60 × 40 cm.
Stefan Gärtner, Deutschland, 2021.
Wir Menschen formen unsere Welt – und auch die Natur – nach unseren ökonomischen Bedürfnissen. Im Lausitzer Revier, einer ostdeutschen Kohleregion, zeigt sich unser Umgang mit der Umwelt in monumentaler Ausprägung. Über Jahrzehnte griff hier der Bergbau massiv in die geologischen und hydrologischen Strukturen ein.
Die Landschaft im Raum Schlabendorf, die nur wenige Kilometer von meiner Heimat Sachsen entfernt liegt, wurde vorrangig als Ressource für einen schnellen industriellen Fortschritt betrachtet. Wälder wurden gerodet, alte Wasserläufe gekappt oder umgeleitet und ganze Dörfer umgesiedelt, um an den Rohstoff Kohle im Untergrund zu gelangen. Erst ab 1991, also nach dem Ende des aktiven Bergbaus, gab es ein grundlegendes Umdenken: Der Staat begann eine aufwendige Sanierung und Rekultivierung der gewaltigen, 58 Quadratkilometer umfassenden Landschaft.
Der Preis der Kohle
Es waren nur wenige Jahrzehnte, in denen die Braunkohle für den Aufbau der Gesellschaft nützlich war. Als der Energiebedarf von Unternehmen und Haushalten in der DDR rasant anstieg, wurde die verstärkte Kohleförderung als absolut unverzichtbar eingestuft. Der 1975 aufgeschlossene Tagebau Schlabendorf-Süd lieferte bis zu seiner Stilllegung 1991 rund 170 Millionen Tonnen Rohkohle.
Die immense Menge diente fast ausschließlich der direkten Versorgung der benachbarten Großkraftwerke Lübbenau und Vetschau – die elementare Basis für die Stromversorgung der hungrigen Volkswirtschaft. Kohle war ein Lebensrohstoff, für den man bereit war, 3.300 Hektar Land fast vollständig abzutragen.
Ungezähmtes Wasser
Doch die Naturkräfte lassen sich durch einen technischen Eingriff nicht einfach stilllegen oder anhalten. Um die tiefliegende Kohle im Tagebau fördern zu können, musste das Grundwasser massiv und großflächig abgesenkt werden. Doch mit dem Ende des Bergbaus und der Abpump-Maßnahmen stieg das Wasser wieder an und folgte unweigerlich den Prinzipien der Hydrodynamik. Wasseradern durchdrangen die locker aufgeschütteten Erdmassen der Innenkippen. Dabei trafen die physikalischen Gesetze der Bodenmechanik auf die im Raum Schlabendorf typischen „Seeser Sande“, ein stark verflüssigungsgefährdetes Sediment.
Durch das Zusammenwirken der lockeren Schüttung und des hydrostatischen Drucks kam es zur Bodenverflüssigung und zu schweren Setzungen. Das vom Wasser gesättigte Kippenmaterial verlor plötzlich seine Stabilität und entlud sich mit starken Wasseraustritten und der Bildung gefährlicher Strudellöcher. Die Bergbaugesellschaft sah sich zur Entwicklung völlig neuer Sicherungsmethoden gezwungen, denn selbst tiefgreifende technologische Standardverfahren der Bergbausanierung, wie etwa die Rütteldruckverdichtung, stießen bei dieser hochdynamischen Gemengelage an ihre absoluten Grenzen.
Was lehrt uns die Natur des Wassers?
Die weitreichenden Geländeeinbrüche, die schließlich zum Stillstand der Sanierungsarbeiten und zur großflächigen Sperrung der Landschaft führten, lesen sich heute wie eine Fabel über das Verhältnis von Mensch und Natur. Wenn tief in gewachsene Strukturen eingegriffen wird, um kurzfristig Reichtum zu schöpfen, entsteht eine Lücke, die sich nicht allein durch Berechnung und Technik wieder schließen lässt. Auch nicht mitten in einem hoch entwickelten Land wie Deutschland.
Der gescheiterte Versuch, ein neues Gleichgewicht in der einstigen Naturlandschaft herzustellen, wirft viele Fragen auf. Können wir Menschen tatsächlich richtig einschätzen, wie das Zusammenspiel der Elementarkräfte funktioniert? Ein Zusammenspiel zwischen Erde, Wasser und Wetter, das über unendlich viele Jahrtausende gewachsen ist? Lässt sich eine von Menschen und Maschinen völlig umgestaltete Natur überhaupt wieder reparieren?
Vielleicht liegt die eigentliche Erkenntnis aus dieser zerstörten Landschaft gar nicht in der Frage, wie man sie repariert, sondern in der Erfahrung, dass die Natur letztlich immer zu ihren eigenen, unaufhaltsamen Gesetzmäßigkeiten zurückkehrt – und dass es an uns Menschen liegt, mit welcher Haltung wir diesem Kreislauf begegnen.

